Das Rennen für 2026ist eröffnet!
CDU und CDW/W nominieren Michael Lührmann –
Noch keine Entscheidung bei den anderen politischen Gruppen
Gut neun Monate vor der Kommunalwahl am 13. September 2026 haben die CDU und CDW/W ein erstes klares Signal gesetzt: Mit der Nominierung des stellvertretenden Landrats und Ratsherrn Michael Lührmann als gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten ist das Rennen um den Chefsessel im Wallenhorster Rathaus eröffnet. Anders als CDU und CDW/W haben sich die anderen politischen Gruppierungen in der Gemeinde noch nicht festgelegt. Das gilt offenbar auch für den amtierenden Bürgermeister Otto Steinkamp. Eine per E-Mail gestellte Frage des Bürger-Echos, ob er erneut antreten möchte, ließ er bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.
Von den Überlegungen des bis 2026 gewählten Bürgermeisters wird wohl auch die Position der Wallenhorster Sozialdemokraten abhängen. „Er genießt in der SPD-Fraktion großes Vertrauen. Für uns ist es daher selbstverständlich, zunächst die Entscheidung des Amtsinhabers abzuwarten, ob er erneut für das Bürgermeisteramt kandidiert“, erklärt der SPD-Fraktionschef Guido Pott auf Nachfrage. Otto Steinkamp leiste seit seinem Amtsantritt 2014 eine „verlässliche, sachlich fundierte und äußerst erfolgreiche Arbeit für Wallenhorst“.
Die SPD-Wallenhorst werde die Frage „mit großer Sorgfalt und mit Blick auf die besten Perspektiven für unsere Gemeinde entscheiden“. Zur Kandidatur von Michael Lührmann äußert sich Guido Pott wie folgt: „Für uns ist klar, dass eine überzeugende Bewerbung für das Bürgermeisteramt ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz, fundierter Verwaltungserfahrung und kommunaler Führungspraxis voraussetzt – ebenso wie ein tragfähiges Zukunftsprogramm für Wallenhorst.“ Ob Michael Lührmann all diese Voraussetzungen aus Sicht der SPD erfüllt, ließ dessen Fraktionschef ausdrücklich offen. Kein Wort gibt es in der Stellungnahme von Guido Pott übrigens auch zu einer Kandidatur aus den Reihen der eigenen Partei.
Nach allen Seiten hin offen zeigt sich die FDP. „Zum jetzigen Zeitpunkt treffen wir keine Festlegung“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Markus Steinkamp gegenüber dem Bürger-Echo: „Als Freie Demokraten begrüßen wir es, wenn sich erfahrene und engagierte Persönlichkeiten auf das anspruchsvolle Amt des Bürgermeisters in Wallenhorst bewerben.“
Mit Michael Lührmann arbeite die FDP in der Kreistagsfraktion „vertrauensvoll zusammen“. Bürgermeister Otto Steinkamp habe das Amt „professionell ausgefüllt“. Mit beiden Persönlichkeiten habe es sowohl Übereinstimmungen wie auch unterschiedliche Einschätzungen gegeben. Wenn Kandidaten das Gespräch suchen, stehe man jederzeit für einen Austausch bereit, betont Markus Steinkamp: „Ob wir als FDP eine Empfehlung aussprechen oder selbst eine Kandidatin bzw. einen Kandidaten nominieren, entscheiden unsere Mitglieder im Jahr 2026.“
Reichlich Diskussionsstoff liefert das Thema Bürgermeisterkandidatur bei den Wallenhorster Grünen. „Dazu werden bei uns derzeit viele Gespräche geführt, die noch nicht abgeschlossen sind“, berichtet Rüdiger Schulz als Fraktionsvorsitzender im Wallenhorster Gemeinderat. Die Grünen würden in nächster Zeit ihren internen Klärungsprozess abschließen. Möglich sei nach aktuellem Stand, dass man eine Persönlichkeit unterstützt, die unabhängig oder als Kandidat der Partei antritt, erklärt Rüdiger Schulz: „Ich bin selbst gespannt, wie das Ganze ausgehen wird.“ Zu den bereits feststehenden bzw. möglichen Bewerbungen von Michael Lührmann und Otto Steinkamp wollte sich der Grünen-Sprecher nicht äußern.
Für die unabhängige Ratsfrau Marion Müssen ist es noch offen, wie sie sich zur Bürgermeisterwahl positionieren wird. Dessen ungeachtet habe sie selbst „die feste Absicht“, bei der nächsten Kommunalwahl als unabhängige Kandidatin für den Gemeinderat zu kandidieren. Dass sie zusammen auf einer Liste mit anderen antreten könnte, schließt Marion Müssen nicht aus. „Grundsätzlich halte ich eine freie Wählergruppe, die sich ausschließlich mit den ureigenen Anliegen der Kommune beschäftigt für erforderlich und sinnvoll.“ Marion Müssen ist sich sicher, dass es in der Gemeinde Wallenhorst weitere Interessenten gibt, die „überparteilich, unabhängig und ohne Fraktionszwang ihre Lebens- und Berufserfahrung in ein Kommunalparlament einbringen würden“. Das Potential einer entsprechenden Bürgerbewegung sieht sie im Gemeindegebiet bei etwa zwölf Prozent. (H.)

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