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Ratsmehrheit für Pumptrack und Mehrgenerationenplatz

Mittelfreigabe unter Vorbehalt – Zuschüsse würden rund zwei Drittel der Kosten abdecken

FDP aus finanziellen Gründen dagegen –

Spontaner Beifall von jüngeren Besuchern der Sitzung

Eigentlich waren die Ausgaben für den Neubau einer Pumptrackanlage für Mountainbiker am Wallenhorster Schulzentrum und eines Mehrgenerationenplatzes am Lechtinger Hubertusring schon aus dem Haushaltsplan gestrichen worden. Jetzt könnten dafür möglicherweise doch mehr als 824.000 Euro ausgegeben werden. Der Gemeinderat stimmte jetzt mit großer Mehrheit dem Verwaltungsvorschlag für eine Realisierung der beiden Maßnahmen zu. Voraussetzung ist allerdings, dass die Förderanträge der Gemeinde bewilligt werden, mit denen rund zwei Drittel der Baukosten abgedeckt werden könnten.

„Nein“ sagte allein die FDP-Fraktion. Dessen Ratsherr Moritz Halbach betonte, dass die beiden Vorhaben zwar wünschenswert, derzeit aber nicht finanzierbar sind. Selbst wenn die erhofften Fördergelder fließen sollten, müsste die Gemeinde Wallenhorst für fast 280.000 Euro selbst aufkommen. „Auch das ist viel Geld, das wir einfach nicht übrig haben.“ Mögliche Ausgabenreste aus dem vergangenen Jahr könnten besser für andere Projekte genutzt werden – etwa zur Finanzierung der teuren Zusatzwünsche, die bei der Renovierung des Hollager St. Johannes-Kindergartens realisiert werden sollen.

Die anderen Ratsfraktionen sahen das anders und sprachen sich für die Ausgaben aus – wie von der Verwaltung empfohlen unter Vorbehalt der Zuschusszahlungen. „Die Pumptrackanlage ist ein Super-Projekt für Jugendliche. Wir sind ganz klar für dieses coole neue Angebot“, betonte etwa die Grünen-Abgeordnete Lilli Sasse, die dafür spontanen Beifall von rund einem halben Dutzend jüngerer Besucher bekam, die offensichtlich eigens wegen der Pumptrack-Entscheidung zur Ratssitzung gekommen waren.

Michael Lührmann (CDW/W) und Ernst August Schulterobben (CDU) ergänzten, dass die Anlage ein Gewinn für alle Altersgruppen sei. Hier können sich neben Kindern und Jugendlichen auch ältere Menschen zum Sport und Gespräch treffen. Den Einwand, dass vergleichbare Anlagen etwa in Osnabrück für deutlich kleineres Geld gebaut worden sind, ließ der SPD-Ratsherr Hubert Pohlmann nicht gelten. Die Mehrkosten seien gut angelegt. So soll in Wallenhorst hochwertiges Baumaterial eingesetzt werden, das eine besonders lange Haltbarkeit verspreche.

Deutlich mehr Zuspruch als Kritik gab es im Rat auch für den Bau eines Mehrgenerationenplatzes in Lechtingen. Lob für das Vorhaben gab es zum Beispiel von Alexander Strehl (die Grünen). Mitten im Siedlungsbereich könne am Hubertusring ein attraktiver Ort der Begegnung für Jung und Alt geschaffen werden. Seine Fraktionskollegin Birgit Schad bezweifelte allerdings, dass dort ein Platz mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen wird. Derzeit werde die zuvor als Spielplatz genutzte Fläche vor allem als Hundegassistrecke genutzt. Ernst-August Schulterobben gab zu bedenken, dass es auch „skeptische Stimmen unter den Anwohnern gibt“. Dessen ungeachtet sehe die CDU-Fraktion das Ganze als Gewinn. „Hier können attraktive neue Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung geschaffen werden.“

Ob aus den beiden Projekten etwas wird, wird nun nicht in Wallenhorst sondern an anderer Stelle von Sachbearbeitern verschiedener Ämter entschieden, die über die Zuschussanträge befinden. Die Gemeindeverwaltung schreibt in ihren Beschlussvorlagen, dass die Bescheide in naher Zukunft erwartet werden. (H.)

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