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Weiter Weg ins nächste Freibad

Schwimmspaß mit Sicherheit und Komfort in fast allen Nachbarkommunen –

In Wallenhorst bleibt nur der eigene Pool – Baden im Stichkanal eigentlich verboten  –

Wohin in den Sommerferien?

5,9 Kilometer bis zum Osnabrücker Nettebad, 7,1 Kilometer bis zum Hasesee in Bramsche sowie 15,2 Kilometer bis zur Strandarena am Alfsee: Familien und andere Einwohner aus Wallenhorst, die bei sommerlichen Temperaturen einen Besuch im Freibad oder einem bewachten Badesee planen, müssen andere Städte und Gemeinden für den beliebten Freizeitspaß ansteuern. Anders als fast alle anderen Kommunen im Landkreis Osnabrück verfügt die Gemeinde Wallenhorst weder über ein Frei- oder Hallenbad.

Wer bei 25 Grad plus und mehr auf Abkühlung hofft, kann im Wallenhorster Gemeindegebiet dafür abgesehen vom eigenen Pool im Garten allenfalls den eigentlich für den Schiffsverkehr vorgesehenen Stichkanal in Hollage nutzen. Genau das ist aber eigentlich „aus Sicherheitsgründen verboten“, schreibt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Zudem gibt es dort keine Badeaufsicht, die das Gewässer überwacht und im Notfall eingreifen kann.   

Ein Blick in Stadt und Landkreis Osnabrück zeigt, dass es hier abgesehen von der 23.000 Einwohner starken Gemeinde Wallenhorst allein in der Gemeinde Belm keine öffentlich zugänglichen Schwimmbäder oder Badeseen gibt. Selbst in Kommunen mit deutlich weniger Einwohnern wie zum Beispiel Hasbergen (mit einem modernen von der Gemeinde gesponserten Naturbad) oder Glandorf (mit einem ganzjährig geöffneten Hallengartenbad inklusive Außenbereich) bieten ihren Bürgerinnen und Bürgern ein komfortables Badevergnügen im eigenen Ort. Ein besonderes Highlight ist das auf 27 Grad beheizte Sole-Freibad in Bad Laer, das für Einheimische wie Touristen gleichermaßen attraktiv ist, wie schon ein Blick auf die vielen auswärtigen Autokennzeichen auf dem Schwimmbadparkplatz zeigt.

In den Gemeinden Bohmte und Hagen a.T.W. mit jeweils fast 10.000 weniger Einwohnern als Wallenhorst gibt es sowohl ein Frei- wie auch ein Hallenbad. Ähnlich gut ist das Angebot in den Gemeinden Bad Essen und Bad Rothenfelde. Über mehrere Schwimmbäder bzw. Badeteiche verfügen auch die Städte Bramsche und Georgsmarienhütte – ebenso wie die Gemeinde Westerkappeln und Recke im nahen Nordrhein-Westfalen. Selbst im knapp 3.000 Einwohner zählenden Vörden im Süden des Landkreises Vechta steht ein 50 Meter-Schwimmbecken mit Sprungturm und großer Liegewiese bereit – übrigens mit einem Eintrittspreis von 2,50 Euro für Jugendliche und einer Zehnerkarte für Erwachsene zum Preis von 31,50 Euro.

Der Bau eines Schwimmbads im Wallenhorster Gemeindegebiet – etwa auf der seit vielen Jahren im Zentrum leer stehenden, inzwischen gemeindeeigenen Grünen Wiese – war für die Entscheider in Politik und Verwaltung der Gemeinde bislang kein Thema, über das ernsthaft diskutiert wird. Als Hauptargument gegen entsprechende Überlegungen wurde gegenüber dem Bürger-Echo neben den hohen Bau- und Betriebskosten stets betont, dass es wegen der Nähe zu den Bädern in Osnabrück und Bramsche keinen Bedarf dafür in Wallenhorst gibt.

Ob dies so ist, wird das Bürger-Echo alsbald in einer Bürger-Umfrage erkunden. Sicher ist, dass ein gemeindeeigenes Schwimmbad zwar viel Geld kostet, in den genannten Nachbarkommunen trotz auch dort herrschenden Finanzproblemen aber nicht zur Schließung der Einrichtungen geführt hat. Im Gegenteil: Überall, wo es wie etwa in Bad Iburg entsprechende Überlegungen gegeben hatte, bildeten sich innerhalb kurzer Zeit starke und letztlich erfolgreiche Bürgerinitiativen für den Erhalt ihres Schwimmbads.

Wie gut die Angebote in den Nachbarkommunen angenommen werden, hat das Bürger-Echo innerhalb der ersten Hitzeperiode dieses Jahres in der vergangenen Woche ausprobiert. Das Ergebnis war eindeutig: 

Die Frei- bzw. Naturbäder in Bramsche, Hasbergen und Bad Laer waren allesamt bestens gefüllt. Das dort befragte Personal geht bei weiterhin schönem Wetter von eher noch höheren Besucherzahlen aus. Denn am 2. Juli fangen in Niedersachsen die Sommerferien an. Statt in die Schule geht es dann für sehr viele Kinder und Jugendliche ins nahe gelegene Freibad. In Wallenhorst ist der Weg dahin ein wenig weiter … (H.)  

 

Das kosten Neubauten und Sanierungen: Beispiele aus NRW und Bayern

Ein Blick über den Tellerrand hinaus zeigt, was der Bau bzw. die Sanierung eines Hallen- bzw. Freibads kosten könnte. Zum Beispiel rechnet die fränkische Gemeinde Volkach mit 9,5 Millionen Euro für ein neues Freibad mit drei Edelstahlbecken für Schwimmer und Nichtschwimmer sowie einer Breitwellenrutsche. Die 8.500 Einwohner-Gemeinde geht davon aus, dass rund ein Drittel der Baukosten über Fördergelder des Landes Bayern finanziert werden. Die 23.500 Einwohner große Stadt Herdecke in Nordrhein-Westfalen kalkuliert mit Kosten von 6,1 Millionen Euro für die Sanierung des Freibads sowie knapp vier Millionen Euro für eine Erneuerung des ebenfalls in die Jahre gekommenen Hallenbads. Der Eigenanteil für die beiden Projekte soll um die 50 Prozent liegen. Für den Rest der Bausumme werden Fördergelder erwartet. Um Kostensteigerungen entgegenzuwirken, hat die Stadt Herdecke übrigens einen klaren Planungsauftrag formuliert: „Wir möchten auf der einen Seite gerne ein familienfreundliches Freibad erhalten und auf der anderen Seite ein Kleinhallenbad für Schul- und Vereinsnutzungen funktionsgerecht sanieren.“

In beiden genannten Beispielen werden Baukosten in Höhe von jeweils etwa zehn Millionen Euro für den Bau moderner Schwimmbäder erwartet. Exakt diese Summe und noch etwas mehr plant die Gemeinde Wallenhorst für den Bau neuer Grundschulmensen mit bis zu 20 Räumen pro Einrichtung ein. (H.)


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